X
  GO
Lesen, lesen, lesen - Der Literaturgesprächskreis der Stadtbücherei am Dienstag

Lesen Sie gerne, doch es fehlt Ihnen das Gespräch über das Buch?
Der Literaturgesprächskreis bietet Gelegenheit zum Austausch von Leseerfahrungen und Gedanken, zur Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Gelesenen. Literarische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Interessiert?   
Schauen Sie doch einfach mal vorbei, wir freuen uns über neue Teilnehmer.
Bei jedem Treffen steht ein anderes Buch im Mittelpunkt des Abends.
Leitung: Dorothee Heitkamp-Gieseler M.A.
Stadtbücherei 1. OG, 20.00 Uhr ; Teilnahmegebühr 4,- €

28.01.2020    Stefan Zweig: Maria Stuart
Das Leben von Maria Stuart, Königin von Schottland, ist spannend wie ein historischer Thriller, voller Intrigen und Abgründe, Allianzen und politischem Kalkül. Stefan Zweig erzählt ihre Geschichte mit aller Schnelligkeit und Präzision, aber er verharrt nicht an der Oberfläche der Tatsachen. Er sucht die Menschen hinter den Rollen, die Gefühle hinter den Handlungen. Und er erkennt resigniert: "in der Politik entscheidet - leider! - nicht das Recht einer Maßnahme, sondern der Erfolg."

18.02.2020    Peter Härtling: Schumanns Schatten
Peter Härtling erzählt vom Leben und Sterben des zerrissenen und genialen Komponisten Robert Schumann (1810 - 1856): Von der Kindheit in Zwickau, vom Studium und von der Arbeit in Leipzig, Heidelberg, Dresden und Düsseldorf, von Begegnungen mit Heine und Wagner, von der Freundschaft mit Mendelssohn und Brahms, von diversen Liebschaften und der großen Liebe zu Clara Wieck, die er gegen alle Widerstände 1840 heiratet. Stationen seiner Biographie und Schilderungen aus den letzten beiden Lebensjahren des an Syphilis Erkrankten in der Heilanstalt bei Bonn wechseln einander ab.

24.03.2020    Colm Toibin: Nora Webster
Er war "die Liebe ihres Lebens". Als Maurice viel zu früh stirbt, verfällt Nora in einen Schockzustand. Im provinziellen Irland der Sechzigerjahre muss sie nun versuchen, ein selbstbestimmtes Leben als Frau und Mutter von vier Kindern zu führen. Sie sucht sich einen Job, färbt sich die Haare, um jünger auszusehen - ein Skandal in der Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und sie auf Schritt und Tritt beobachtet wird. Nora, katholisch und gleichzeitig unkonventionell, sucht mit grimmiger Intelligenz neue Wege für sich und ihre Kinder. Vor allem aber wächst sie über ihre Rolle als Mutter und Witwe langsam hinaus. Colm Tóibín gelingt das Porträt einer Frau, die sich allen widrigen Umständen zum Trotz die Echtheit ihrer Gefühle bewahrt und so schließlich Unabhängigkeit erlangt.

28.04.2020    Richard Ford: Zwischen Ihnen
Wenig ist uns so vertraut und so fremd wie das Leben der eigenen Eltern
Mit 17 Jahren verliebt sich Edna Akin aus Arkansas in Parker Ford, einen Jungen vom Land mit den durchscheinend hellblauen Ford-Augen. Sie heiraten und beginnen ein Nomadenleben in den Südstaaten Amerikas - Parker arbeitet als Handlungsreisender. Sie genießen es, der Enge ihrer Herkunft entkommen zu sein. Die Geborgenheit, die es in ihrer Welt, dem Amerika der frühen Ford-Romane, nicht gibt, finden sie beieinander. Dann kommt ein einziges spätes Kind zur Welt - und alles ändert sich. Wenig ist uns so vertraut und so fremd wie das Leben der eigenen Eltern.

26.05.2020    Annie Ernaux: Die Jahre
Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, de Gaulle, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die sogenannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, die uneingelösten Verheißungen der Nullerjahre, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind. Und dabei schreibt sie ihr Leben - unser Leben, das Leben - in eine völlig neuartige Erzählform ein: "Annie Ernaux ist die Königin der neuen autobiographischen Literatur." Die Zeit

23.06.2020    Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther
Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete - wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, "mit nachlässiger Routine" - wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei - Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.